Steuerspar-Checkliste: Kapitalanleger

Antragsveranlagung und Günstigerprüfung

Kapitalanleger mit einem persönlichen tariflichen Einkommensteuersatz unter dem 25%igen Abgeltungsteuersatz sollten ihre Kapitaleinkünfte bei jeder Einkommensteuererklärung angeben (Anlage KAP) und die Günstigerprüfung beantragen. Es erfolgt dann ggf. eine Besteuerung nach der niedrigeren tariflichen Einkommensteuer. Eine Antragsveranlagung mit Günstigerprüfung kann auch für ein Steuerjahr sinnvoll sein, in dem der Tarifsteuersatz durch Verluste aus anderen Einkunftsarten, z. B. aus Vermietung und Verpachtung, niedriger ist. Die Angabe der Kapitalerträge in der Steuererklärung ist darüber hinaus erforderlich, wenn für diese keine Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, z. B. bei ausländischen Einkünften oder wenn der Steuerpflichtige Steuererstattungszinsen erhalten hat.

Depotübergreifende Verlustverrechnung

Werden mehrere Wertpapierdepots bei unterschiedlichen Kreditinstituten unterhalten, können Gewinne aus dem einen Depot mit Verlusten aus dem anderen Depot ausgeglichen werden (depot-übergreifende Verlustverrechnung). Voraussetzung ist eine Verlustbescheinigung 2020 von der Bank. Diese ist bis spätestens 15.12.2020 zu beantragen.

Verluste in 2021 wieder vollumfänglich abzugsfähig?

Für Kapitalanleger könnten ab 2021 wieder bessere Zeiten kommen. Denn nach Empfehlungen des Bundesrates zum Jahressteuergesetz 2020 sollen die gegen das Nettoprinzip verstoßenden Regelungen zur begrenzten Verrechnung von Verlusten aus der Ausbuchung wertloser Wertpapiere wegen ganz oder teilweiser Uneinbringlichkeit von Kapitalforderungen sowie die begrenzte Verlustverrechnung aus Termingeschäften wieder gestrichen werden (§ 20 Abs. 6 Sätze 5 und 6 EStG). Sofern Sie in 2020 noch Verluste aus uneinbringlichen Kapitalforderungen realisieren wollen, sprechen Sie uns an. Wir informieren Sie dann über die aktuelle Rechtslage.

Freistellungsaufträge prüfen/ändern

Zum Jahresende sollten Freistellungsaufträge regelmäßig dahingehend überprüft werden, ob der erteilte Sparer-Pauschbetrag (bei Ledigen € 801,00 bzw. € 1.602,00 bei Verheirateten) für das jeweilige Depot voraussichtlich erwirtschaftet werden kann. Gegebenenfalls sollten die Freibeträge neu verteilt werden.

Vermietungen an nahe Angehörige

Soll das Finanzamt den Werbungskostenabzug nicht kürzen, musste die vereinbarte Miete bei der Vermietung an nahe Angehörige bisher zwingend mindestens 66 % der ortsüblichen Warmmiete betragen. Für den kommenden Veranlagungszeitraum 2021 soll nach dem Gesetzentwurf zum Jahressteuergesetz 2020 die Untergrenze auf mindestens 50 % der ortsüblichen Warmmiete herabgesetzt werden. Allerdings muss in solchen Fällen eine positive Totalüberschussprognose erstellt werden. Prüfen Sie daher zum Jahresende, ob die mit dem nahen Angehörigen vereinbarte Miete noch mindestens 66 % der ortsüblichen Miete entspricht. Wird diese Grenze unterschritten, dürfte eine Mietanpassung auf 66 % nicht mehr zwingend erforderlich sein, sofern ggf. eine positive Totalüberschussprognose erstellt werden kann.

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